Zwei Erfahrungsberichte:
„Die diesjährige Geschichtsexkursion der Jahrgangsstufe 10 fand passend zur Unterrichtsthematik „Deutsch-deutsche Geschichte 1949-1989“ im ehemaligen Untersuchungsgefängnis des Ministerium für Staatssicherheit (kurz „Stasi“), das heute als Gedenkstätte fungiert, statt. Durch mehrere Zeitzeugen wurden den Schülern nach einem einleitenden Film in Führungen durch das ehemalige Gefängnisgebäude die Methoden und Denkweisen eines der damals wichtigsten Staatsorgane der DDR nähergebracht. Die erst sehr surreal und abstrakt scheinenden Beeinflussungsmethoden der Stasi wirkten durch die Erzählungen der Zeitzeugen, welche selbst im Gefängnis einsaßen, erschreckend real und schauerhaft, aber gleichzeitig irgendwie abgeklärt, was die Ausweg- und die Machtlosigkeit der Gefangenen nur um so mehr verdeutlichte. Zusammen mit der Lokalität schaffte das eine ganz eigene Atmosphäre, welche zu einer leichten Bedrückung bei uns Schülern führte. Diese verging erst, nachdem wir den Ort verlassen hatten. Auf dem Weg gab uns einer der Zeitzeugen am Ende Folgendes: „Egal, welche Entscheidung ihr trefft, bleibt unterm Strich Mensch und handelt im Interesse der Menschheit!“

„Meterhohe Mauern. Überall Stacheldraht. Kleine einfache Zellen. Dies waren meine ersten Eindrücke und Assoziationen als ich das Gefängnis der Staatssicherheit in Hohenschönhausen, Berlin, besuchte. Das Stasigefängnis war das Hauptziel unserer Exkursion, welche wir mit zwei weiteren Klassen und vier erwartungsvollen Lehrern bestritten. Nach einem einführenden Film über die Geschichte des Hauses und deren historischen Einordnung seit 1945, begaben wir uns Gruppen für die nun anstehenden Führungen. Der geleitete Rundgang war für mich sehr informativ und spannend, da wir von einem Zeitzeugen begleitet wurden, welcher sich immer wieder die aufmerksamen Schüler wandte und diese geschickt in die Führung einband. Durch diesen Zeitzeugen konnte man die speziellen psychischen und physischen Folter- und Verhörmethoden nachvollziehen. Alles in allem war diese Exkursion gelungen und informativ. Ich persönlich habe viel Neues gelernt und an diesem Tag auch erkannt, mit welchen Mitteln die Demokratie damals vorgetäuscht wurde und welcher Druck auf Beschuldigte ausgeübt wurde. Abschließend kann man sich glücklich schätzen, dass wir heute in einer menschenfreundlichen Demokratie leben!“