Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, einen richtigen Schriftsteller vor sich zu haben. Die 10d hatte am 10.6. die Möglichkeit, mit Grit Poppe, der Autorin des gerade im Deutschunterricht behandelten Romans „Weggesperrt“, ins Gespräch zu kommen. Grit Poppe, die selbst in Stahnsdorf aufgewachsen ist, freute sich über ihre erste Lesung in ihrem Heimatort.

In „Weggesperrt“ geht es um Anja, ein 15-jähriges Mädchen, das im Jahr 1988 in ein Heim der DDR-Jugendhilfe eingewiesen wird, da ihre Mutter die DDR endgültig verlassen will und einen Ausreiseantrag gestellt hat. Grit Poppe las aus dem zweiten Teil des Romans, der in erschütternder Deutlichkeit Anjas Aufenthalt in der  schlimmsten Erziehungsanstalt der DDR, dem Jugendwerkhof Torgau, schildert. Gerne beantwortete sie Fragen zum Roman und seinen Figuren sowie zu den Verhältnissen in der DDR.

Sehr bewegend waren auch die Ausführungen von Detlef Jablonski. Er erzählte von seinen Erfahrungen mit der Stasi, seiner Haftzeit und Menschen, die heute noch die DDR verklären.

Detlef Jablonski unterstützt Grit Poppe häufig bei Lesungen, nicht nur durch seine direkte Art, das Geschehene zu beschreiben, sondern auch musikalisch. Als Liedermacher hat er einen Weg gefunden, die Vergangenheit zu verarbeiten.

Foto Grit Poppe und Detlef Jablonski