Während der Projektwoche fuhren mehrere geschichtsinteressierte Zehnt- und Elftklässler für eine Woche mit Herrn Limbach, Frau Hamborg und Frau Coste nach Krakau in Polen.
Auschwitz und der Holocaust während des Zweiten Weltkriegs sollten dabei das Thema der Studienreise sein und dementsprechend gestaltete sich auch das Programm. Nach einer längeren Anfahrt mit dem Reisebus und einem ersten frei zu gestaltenden Montagabend, ging es Dienstag direkt mit einer Stadtführung durch das ehemalige jüdische Viertel "Kazimierz" und das ehemalige Ghetto los. Dabei haben wir eine Synagoge mit angrenzendem Friedhof besucht und konnten dabei jüdische Gläubige beim Beten beobachten. Anschließend besuchten wir die ehemalige Oscar-Schindler-Fabrik, der ein Museum geschlossen ist, das den Alltag in Krakau vor, während und nach der Nazibesetzung sehr anschaulich zeigt. Am Abend wurde hatten wir die Möglichkeit den Film "Schindlers Liste", in Vorbereitung auf den nächsten Tag, anzuschauen. Spätestens hier fing dann auch beim Letzten die emotionale Gefühlsachterbahn an. Am Mittwochmorgen führen wir mit dem Bus nach Auschwitz in das soggenante „Stammlager" und erhielten dort eine Führung durch das ehemalige Arbeitslager. Im Anschluss daran nahmen wir an einem Workshop zum Thema „Pseudomedizinische Versuche“ oder „Täterinnen und Täter“ teil. Viele von uns waren schockiert durch die vielen Dokumente, konnten aber alle eine bildliche Vorstellung von den Zuständen damals bekommen, die wir faktisch zwar irgendwie wussten, aber nie wirklich in den Ausmaßen vor Augen hatten. Am Donnerstag ging es dann weiter mit dem Bus in das Vernichtungslager Birkenau, welches sehr viel größer ist als das Stammlager. In einer 3-stündigen Führung erfuhren wir mehr über die Bedingungen, unter welchen die Häftlinge dort leben mussten. Obwohl diese Führung mit weniger Inhalt besetzt war, war die Stimmung sehr emotional und bedrückend, da wir alle unseren eigenen Gedanken an diese schlimme Zeit nachhingen, und vor allem auch die Filmeindrücke von Dienstag noch realer wurden. Keiner von uns konnte sich vorstellen, wie damals Leute überlebt haben sollen, aber am Nachmittag hatten wir die einzigartige Möglichkeit, ein Zeitzeugengespräch zu führen, mit einer Polin, die als Kind in Birkenau überlebte. Aus der Perspektive von Lidia Maksymowicz zu hören, wie es war, in Auschwitz gefangen zu sein und welche Auswirkungen diese Zeit für sie hatte, war für uns alle sehr bewegend und regte viel zum Nachdenken an, teilweise fielen sogar Tränen.

Es war eine Woche voller neuer Eindrücke und Erkenntnisse, die uns allen sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ich kann allen nur empfehlen, dieses Angebot während der Projektwoche wahrzunehmen!