Während der Projektwoche führten wir, Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen, mit unseren Lehrern Herrn Limbach, Frau Dr. Schwarz, Herrn Grass und Frau Hamborg eine Studienreise nach Krakau und Auschwitz durch. In Krakau wohnten wir in zwei Hostels, in geringer Entfernung zur Innenstadt. Die Schönheit der historischen Altstadt stand im starken Gegensatz zum Thema der Studienreise: der deutschen Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust. Auf der Reise besichtigten wir u.a. das damalige jüdische Ghetto sowie eine Ausstellung in der ehemaligen Emailleefabrik von Oskar Schindler. An zwei Tagen fuhren wir auch in die Gedenkstätten nach Auschwitz und Auschwitz-Birkenau, die zur Zeit des Nationalsozialismus als Konzentrations- und Vernichtungslager genutzt wurden.            

In den Gedenkstätten hatten wir geführte Touren und haben die Ausstellungen sowie viele der historischen Orte besichtigt. Wir haben mehr über den Verlauf des Zweiten Weltkrieges und die Deportation ganzer Familien in die Lager erfahren. Zwar kannten wir schon einige Fakten und Hintergründe aus dem Geschichtsunterricht, vielen Schülern wurde das tatsächliche Ausmaß des Holocausts auf dieser Reise aber viel bewusster. In Auschwitz sahen wir viele Überreste, die bei der Befreiung des Lagers sichergestellt werden konnten. Durch das Tor mit der bekannten Aufschrift „Arbeit macht frei“ zu gehen, war dabei ein sehr bedrückendes Gefühl.

Eine besonders beeindruckende Erfahrung war auch das Zeitzeugengespräch mit einer Überlebenden des Konzentrationslagers Ausschwitz-Birkenau. Lidia Skibicka-Maksymowicz erzählte uns ihre sehr berührende Geschichte, von all den grausamen Dingen, die ihr im Lager angetan wurden und davon, wie sie ihre Mutter zwanzig Jahre nach dem Krieg wiedersah. Auch wenn die vielen Eindrücke schwer in Worte zu fassen sind und einem mitunter an persönliche Grenzen bringen, bin ich froh, mit auf die Studienreise gekommen zu sein und kann es allen Schülern nur empfehlen, sich mit diesem wichtigen Teil unserer Geschichte auseinanderzusetzen. Vor allem das Zeitzeugengespräch ist mir im Gedächtnis geblieben - daraus habe ich mitgenommen, wie wichtig es ist, alles dafür zu tun, dass so etwas Schreckliches wie der Holocaust nie wieder geschieht. (CG, 10. Klasse)