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Zwischen Torrefarrera und Stahnsdorf – Eine prägende Austauschzeit

Ein Bericht von Lina, Klasse 10

Ich war für sechs Wochen in Spanien, genauer gesagt in Torrefarrera, einer Kleinstadt in Katalonien, etwa anderthalb Stunden von Barcelona entfernt. Dort lebte ich bei meiner Austauschpartnerin Paula Casanoves Flores und ihrer Familie. Wir gingen jeden Tag um 08:00 Uhr zur Schule. Der Unterricht begann dort fünfzehn Minuten später als an meinem Heimatgymnasium. Ich besuchte das Joan-Solá-College und wurde von meinen Mitschülern sehr freundlich aufgenommen. Die Gastfreundschaft und Offenheit gegenüber internationalen Schülerinnen war groß.

Von Montag bis Freitag war ich täglich sechs Stunden in der Schule, allerdings nicht immer mit meiner Klasse zusammen. Zwei bis vier Stunden am Tag lernte ich in einem Raum, der speziell für Erasmus-Schüler vorgesehen war.

Während meines Aufenthalts verbesserte ich vor allem mein Englisch deutlich. Mit meiner Gastmutter und Paula sprach ich fast ausschließlich Englisch. Da meine Gastmutter Englischlehrerin ist, konnte sie mir sehr helfen, meinen Wortschatz und meinen Satzbau zu erweitern. Mit Paulas Vater hatte ich zusätzlich die Möglichkeit, mein Spanisch zu verbessern. Insgesamt haben sich meine Sprachkenntnisse in beiden Sprachen sehr positiv entwickelt.

Der Alltag war klar strukturiert, mit festen Zeiten für Schule und Mahlzeiten. Die Nachmittage waren abwechslungsreicher: Wir waren in Lleida, der Nachbarstadt von Torreferrera, im Fitnessstudio, spazieren oder einfach zu Hause.

In Paulas Familie habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Alle waren sehr zuvorkommend und es war spürbar, dass ihnen mein Wohlergehen wichtig war. Trotzdem gab es einzelne Tage, an denen ich meine Familie und mein gewohntes Umfeld vermisst habe. Diese Momente von Heimweh haben jedoch die positiven Erfahrungen meines Aufenthalts nicht überschattet.

Besonders froh bin ich darüber, dass ich mich getraut habe, an diesem Austausch teilzunehmen. Ich habe dort eine Freundin kennengelernt, die mir sehr viel bedeutet. Wir haben uns in Barcelona kennengelernt und uns sofort gut verstanden, wofür ich sehr dankbar bin.

Auch die Zeit, in der Paula bei uns war, verging sehr schnell. Wir haben ihr Berlin gezeigt und ich hatte den Eindruck, dass sie sehr interessiert an der deutschen Geschichte, Kultur und den Museen war. Sie lernte erstaunlich schnell neue deutsche Wörter. Um ihr dabei zu helfen, haben wir Zettel mit deutschen und spanischen Begriffen an Gegenstände in meinem Zimmer geklebt. Paula schlief in meinem Zimmer, während ich auf dem Dachboden geschlafen habe, was anfangs eine Umgewöhnung war.

Es war eine neue Erfahrung, den Alltag so intensiv mit einer anderen Person zu teilen. Dennoch haben wir darauf geachtet, dass Paula sich bei uns wohlfühlt und so oft wie möglich Englisch gesprochen. An den Wochenenden und teilweise unter der Woche fuhren wir nach Berlin und besichtigten Sehenswürdigkeiten wie den Kurfürstendamm.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass sowohl meine Zeit in Spanien als auch Paulas Aufenthalt bei uns sehr gelungen waren. Ich bin dankbar für diese Erfahrung, die vielen neuen Eindrücke und die Freundschaft, die daraus entstanden ist. Dieser Austausch war für mich eine prägende Erfahrung, an die ich mich wahrscheinlich mein ganzes Leben lang erinnern werde.